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Warum nachhaltiger Innenausbau nicht teuer sein muss

  • Autorenbild: Mathilde Adler
    Mathilde Adler
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Nachhaltigkeit wird im Innenausbau oft mit hohen Kosten, komplizierten Entscheidungen und exklusiven Materialien verbunden. Viele Menschen glauben, dass ein ökologisch verantwortungsvolles Zuhause automatisch teurer ist als eine konventionelle Renovierung. Doch das stimmt nur teilweise. In Wahrheit kann nachhaltiger Innenausbau sogar günstiger sein — wenn man die richtigen Prioritäten setzt und versteht, wie man Ressourcen sinnvoll nutzt.

In diesem Artikel zeige ich, warum Nachhaltigkeit nicht nur ein ökologischer, sondern auch ein ökonomischer Vorteil sein kann. Und warum nachhaltige Entscheidungen oft langfristig die bessere Wahl sind — für den Geldbeutel, für die Gesundheit und für die Umwelt.


Wohnzimmer mit 2 Sessel 70er Jahren

Nachhaltigkeit beginnt nicht beim Kaufen, sondern beim Weglassen


Der nachhaltigste Innenausbau ist der, bei dem man weniger neu produziert und mehr von dem nutzt, was bereits vorhanden ist.

Das bedeutet:

  • weniger Abfall

  • weniger Transport

  • weniger Energieverbrauch

  • weniger Kosten


Viele Räume lassen sich mit kleinen Maßnahmen transformieren, ohne dass man alles herausreißen oder neu kaufen muss.



Beispiele aus der Praxis:


  • Ein alter Parkettboden kann abgeschliffen und geölt werden statt ersetzt.

  • Türen können neu lackiert oder mit neuen Griffen versehen werden.

  • Küchenfronten lassen sich austauschen, ohne die gesamte Küche zu erneuern.


Diese Maßnahmen kosten oft nur einen Bruchteil einer Komplettsanierung — und wirken trotzdem wie ein neues Zuhause.



Re-Use und Upcycling: Die unterschätzte Ressource


Re-Use ist einer der wichtigsten Hebel für nachhaltigen Innenausbau. Viele Möbelstücke, die entsorgt werden, sind eigentlich hochwertig, stabil und langlebig — oft sogar langlebiger als moderne Massenware.


Diagram Plastics in Deutschland
Source: Conversio (2018): 2017 material flow diagram of plastics in Germany

Warum Re-Use günstiger und nachhaltiger ist:


  • Möbel aus den 70ern–90ern bestehen häufig aus Massivholz

  • Upcycling benötigt weniger Energie als Neuproduktion*

  • Second-Hand ist oft 50–80 % günstiger*²

  • Re-Use reduziert CO₂-Emissionen erheblich*


Ein Beispiel: Ein massiver Esstisch, der neu 1.200 € kosten würde, ist gebraucht oft für 150–300 € zu finden. Mit etwas Schleifpapier und Öl sieht er aus wie neu — und hält weitere 20 Jahre*³.


Quelle: Umweltbundesamt (UBA)*, European Environmental Agency (EEA)*², Verbraucherzentrale / Stiftung Warentest*³


Wohnzimmer mit alten Holzboden


Natürliche Materialien sind langfristig günstiger


Viele Menschen entscheiden sich aus Kostengründen für günstige Materialien wie Laminat, MDF oder Kunststoffe. Doch diese Materialien haben eine kürzere Lebensdauer und müssen oft ersetzt werden.


Natürliche Materialien wie:

  • Holz

  • Kork

  • Linoleum

  • Lehmputz

  • Naturfarben


sind zwar manchmal etwas teurer in der Anschaffung, aber:

  • sie halten länger

  • sie sind reparierbar

  • sie verbessern das Raumklima

  • sie sind gesundheitlich unbedenklicher


Langfristig sind sie daher kosteneffizienter.


Quelle: Öko-Institut e.V.



Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung


Nachhaltigkeit bedeutet nicht, alles perfekt zu machen. Oft reichen kleine Schritte, um einen großen Unterschied zu erzielen.


Beispiele:


  • Austausch von Leuchtmitteln gegen LED: LED verbrauchen bis zu 90 % weniger Energie als Glühbirnen*

  • Verwendung von Naturfarben statt chemischer Lacke

  • Optimierung der Raumaufteilung statt teurer Umbauten

  • Einsatz von Multifunktionsmöbeln

  • Reparatur statt Ersatz


Diese Maßnahmen sind günstig, schnell umsetzbar und haben einen hohen Effekt auf Energieverbrauch, Raumgefühl und Lebensdauer der Einrichtung.


Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft & Klimaschutz (BMWK)*


Nahaufnahme Glühbirnen Design

Nachhaltigkeit ist eine Haltung — keine Budgetfrage


Viele Menschen fühlen sich von nachhaltigen Entscheidungen überfordert. Doch Nachhaltigkeit ist kein „Alles oder Nichts“. Es ist eine Haltung, die sich Schritt für Schritt in den Alltag integrieren lässt.


Nachhaltiger Innenausbau bedeutet:

  • bewusst entscheiden

  • Ressourcen wertschätzen

  • langlebige Lösungen wählen

  • lokale Handwerker unterstützen

  • Materialien mit Bedacht auswählen


Und vor allem: Nicht mehr kaufen, als man wirklich braucht.


Hierarchy of Recyling Upcycling

Nachhaltigkeit ist für alle möglich


Nachhaltiger Innenausbau muss nicht teuer sein. Er kann sogar günstiger sein — wenn man kreativ denkt, vorhandene Ressourcen nutzt und auf langlebige Materialien setzt.

Nachhaltigkeit ist kein Luxusprojekt.

Es ist ein Weg, Räume zu schaffen, die:

  • schöner

  • gesünder

  • langlebiger

  • und verantwortungsvoller

sind.


Und genau das macht nachhaltigen Innenausbau so wertvoll.


Blumenstrauss auf alte Holzkommode

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